Weltanschauung als Diskriminierungsgrund

Dr. Thomas Heinrichs

 

Freitag. 2. Dezember 2016


Dr. Thomas Heinrichs, Rechtsanwalt, Philosoph und Präsidi­ums­mitglied im HVD Berlin-Brandenburg, berichtete aus seinem aktuellen Gutachten für die Antidiskiminierungsstelle des Bundes: „Weltanschauung als Diskrimi­nie­rungs­grund - Begriffsdimensionen und Diskriminierungsrisiken“. Von grundsätzlichen Fragen der Weltan­schau­ung im Verhältnis zur Konfessionsfreiheit, über die in NRW ver­breit­e­ten Bekenntnisschulen bis hin zu konkreten Handlungsbedarfen stellte Dr. Heinrichs die Ergebnisse seiner Untersuchung zur Diskussion.

https://gbs-termine.de/files/tmp/preset-teaser_22b57215300ffabec93bf0a7fc1c0940.jpg

Die Grenzen der Toleranz -
Warum wir die offene Gesellschaft verteidigen müssen

Vortrag und Diskussion mit Dr. Michael Schmidt-Salomon in Köln vom 8 November

Die offene Gesellschaft hat viele Feinde. Die einen streiten für »Allah«, die anderen für die Rettung des »christlichen Abendlandes«, letztlich aber verfolgen sie das gleiche Ziel: Sie wollen das Rad der Zeit zurückdrehen und vormoderne Dogmen an die Stelle individueller Freiheitsrechte setzen.

Wie sollen wir auf diese doppelte Bedrohung reagieren? Welche Entwicklungen sollten wir begrüßen, welche mit aller Macht bekämpfen? Michael Schmidt-Salomon erklärt, warum grenzenlose Toleranz im Kampf gegen Demagogen auf beiden Seiten nicht hilft und wie wir die richtigen Maßnahmen ergreifen, um unsere Freiheit zu verteidigen.

Michael Schmidt-Salomon, Dr. phil, ist Philosoph und Schriftsteller sowie Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung. Seine Bücher (u.a. «Hoffnung Mensch», «Keine Macht den Doofen», «Jenseits von Gut und Böse») wurden in Deutschland, Österreich und der Schweiz über 250.000mal verkauft und in mehrere Sprachen übersetzt. Laut dem «Global Thought Leader Index» zählt er zu den «einflussreichsten Ideengebern im deutschsprachigen Raum».


Kein Schritt zurück - Frauen im Islam
Lesung und Diskussion mit Arzu Toker

Freitag, 28. Oktober 2016

Was bedeutet „Ehre“ im Islam? Um wessen Ehre geht es? Arzu Toker setzt sich literarisch mit dem Verständnis von „Ehre“ auseinander.

Im ersten Teil des Buches beschreibt sie den tiefen Konflikt junger Migrantinnen in Deutschland, einerseits frei zu leben zu wollen und gleichzeitig den traditionellen Anforderungen der Herkunftsfamilien ausgeliefert zu sein.Toker stellt heraus, dass der Ehrbegriff vor allem das „Recht” des Mannes beschreibt,  über die Wünsche und das Leben seiner Ehefrau und Töchter zu bestimmen.
Den zweiten Teil des Buches bildet der Text „Verschenkte Freiheit“. Darin klagt eine Mutter in Briefen voller Wut und Schmerz über den Verlust ihrer Tochter an eine islamische Sekte. Dem Leser wird schnell klar, dass es sich um die Fethullah-Gülen-Bewegung handelt. Dahinter steht der in den USA lebende türkische Imam Fethullah Gülen mit seinem Wirtschafts-, Bildungs- und Medienimperium, der auch in Deutschland strategisch missioniert und über ein Netz von Einrichtungen verfügt. Wie geht ein liberal gesinnter Mensch damit um, wenn das eigene Kind sich von der offenen Gesellschaft abwendet und sich längst überwunden geglaubten Geschlechterrollen unterwirft?


Tokers  Texte sind leidenschaftliche Plädoyers gegen religiöse Gruppenidentitäten und patriarchale Herrschaftskultur. Für Selbstbestimmung und Freiheit: die Freiheit von religiösen Zumutungen und die Freiheit von nationalen Fesseln. Gegen die „Islamisierung der Migrantenpolitik“, die seit vielen Jahren vor allem von konservativen islamischen Verbänden betrieben und von der deutschen Politik weitestgehend unkritisch übernommen worden ist. Ein Plädoyer für Demokratie und eine Utopie zur Entwicklung gemeinsamer grenzüberschreitender Werte.


Arzu Toker lebt seit 1974 in Deutschland. Sie arbeitet als Journalistin, Schriftstellerin und Übersetzerin und hat zahlreiche Frauen- und Bildungsprojekte initiiert. 1985-1997 saß sie als „Ausländervertreterin“ im Rundfunkrat des WDR.


Rebellische Frauen im Islam
Vortrag von Worood Zuhair aus Kerbela

Sonntag, 27. November 2016

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt gegen Frauen berichtete Worood Zuhair von ihrem Leben als Frau und Atheistin in Kerbela im Irak.

Sie entstammt einer bekannten religiösen Familie und war Teil einer fundamentalistischen Welt von Schiiten, die uns hier in Deutschland weniger bekannt ist. Sie gibt uns einen Einblick in eine Welt des religiösen Extremismus und des familiären Zwangs, und welche Folgen die gegen sie ausgeübte Gewalt für ihr eigenes Leben hatte und weshalb sie den Mut aufbrachte diese freudlose Welt zu verlassen um ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit zu führen.

Es sprachen noch weitere Frauen u.a. aus Kurdistan. Den Abend eröffnete Rana Ahmad, die als Atheistin aus Saudi-Arabien geflohen ist. Das Schlusswort sprach Mina Ahadi. Sie ging dabei auf die Rolle der Frau in der islamischen Welt ein und zeigte wie atheistischen Menschen aus diesen Ländern vom Zentralrat der Ex-Muslime und der gbs geholfen wird.


Flucht vor Religion

Veranstaltung vom Freitag, 07. Oktober 2016

Der unbeugsame Wille, die Dinge zu hinterfragen, hat sie in Lebensgefahr gebracht. In den Ländern ihrer Herkunft wird Apostasie mit dem Tode bestraft; ausgeführt durch die eigene Familie, die Gemeinschaft oder den Staat.

Sie, das sind Menschen, die sich entschlossen haben, vor religiösem Wahn und Macht-anspruch zu fliehen, einem Machtanspruch, der zumeist untrennbar mit staatlichen Strukturen verknüpft ist. Frauen sind in besonderer Weise bedroht, da sie ihr Leben lang nicht nur äußerster psychischer und physischer Gewalt, sondern auch schweren sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind, überwiegend in der eigenen Familie.

Die Ex-Muslimin Rana aus Saudi-Arabien erzählte die Geschichte ihrer Flucht und von der Flucht anderer, die sich jetzt gerade zutragen. Und vom spontanen Entstehen einer Gemeinschaft, die versucht, Menschen auch hier aus den Gefahrenzonen zu bringen – denn die Bedrohung hört mit der Ankunft in Europa nicht auf.

An diesem Abend schilderten außerdem noch weitere Frauen und Männer aus den unterschiedlichsten Ländern ihre Erlebnisse als Atheisten.

Mina Ahadi, die Vorsitzende des Zentralrates der Ex-Muslime, berichtete von der Arbeit des Vereins und sendete einen Appell für Humanismus, Säkularismus und Aufklärung.
Anschließend gab es eine lebendige Diskussion und viele Ex-Muslime aus dem Publikum berichteten spontan von Ihren Erfahrungen aus ihren Heimatländern.

Einen Bericht über die Veranstaltung und weitere Informationen finden Sie hier

Termine

Fr 16. Dezember 2016, 19:00

gbs Organisationstreffen

Restaurant Atrium / Alte Post

An den Dominikanern 6-8
50668 Köln Altstadt

 

Interessierte sind herzlich willkommen.